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Unsere Kirchengemeinde

Im Jahre 1085 wurde Seißen Schenkungsgut der Grafen von Ruck, Tübingen, an das neu erbaute Kloster Blaubeuren. Ursprünglich war der Ort landwirtschaftlicher Zulieferer für das Kloster. 1420 bekam die Kirche den heutigen Chor, an den zehn Jahre später auch der imposante Turm angefügt wurde. 1480 entstanden die Fresken im Chorraum, die bei der großen Renovierung der Kirche in den Sechzigerjahren wieder entdeckt und restauriert wurden.
Im Mittelalter wurde eine Kirchenstiftung in Seißen zum Unterhalt der St. Nikolauskirche gegründet. Später wurden von der Stiftung auch in Not geratene Seißener Bürger unterstützt. Die Stiftung wurde im Laufe der Zeit vor allem durch die Gewährung von Darlehen immer reicher. In den folgenden Jahrhunderten entliehen viele Bürger aus der näheren und weiteren Umgebung Geld vom Seißener „Heiligen“.
In der Reformationszeit wurde Seißen evangelisch: 1558 zog der erste evangelische Pfarrer in Seißen auf.
1635, im 30jährigen Krieg, wurde die Seißener Kirche samt Turm von den kaiserlichen Truppen „in die Asch gelegt“. Schon 1651 konnte sie aber wieder aufgebaut werden. 1658 wurde der Turm nach dem Vorbild des Blaubeurer Stadtkirchenturms wieder aufgerichtet.
1710 wurden die Westempore vergrößert und eine neue Nordempore eingebaut, um Platz für mehr Gottesdienstbesucher zu schaffen: Zu dieser Zeit musste noch jede Person, die gehen konnte, sonntags in die Kirche – selbst die Soldaten, die nur vorübergehend einquartiert waren.
1717 erfolgte der Einbau einer Orgel. 1720 malte der Kunstmaler G. Wolcker die neutestamentliche Heilsgeschichte in zwölf Bildern auf die Emporenbrüstung. Die Kanzel wurde 1848 mit Bildern der vier Evangelisten neu gestaltet.
1909 erfolgte der Einbau einer neuen Orgel durch die Gebrüder Link aus Giengen. Unter Pfarrer Michael Mildenberger fanden in den Jahren 1966-1970 umfangreiche Innen- und Außenrenovierungen statt.
Weitere Informationen zur Geschichte des Dorfes und der Kirche finden sich in dem umfangreichen Heimatbuch, das zur 900-Jahr-Feier Seißens im Jahre 1985 von Pfarrer W.A. Ruopp und Lehrer Otto Strübel herausgegeben wurde. Mittlerweile gibt es auch einen Kirchenführer, der über das Pfarramt bezogen werden kann.

Das Dorf Seißen liegt auf der Schwäbischen Alb (706m ü. NN) und zählt etwa 1.600 Einwohner. Gut 900 davon gehören zu unserer Kirchengemeinde. Bis 1975 war Seißen selbstständig und wurde dann nach Blaubeuren eingemeindet. Zu Seißen gehören die Teilorte Wennenden, Steigziegelhütte, ein Teil der Hessenhöfe und ein Straßenzug von Weiler. Die Hälfte der Seißener Gemarkung ist bewaldet.
Ein reges Vereinsleben prägt das Dorfleben in Seißen. Überregional bekannt ist unser 1921 errichtetes Backhaus, das noch mehrmals wöchentlich in Betrieb genommen wird. Das Wahrzeichen von Seißen ist jedoch der 38m hohe Turm unserer Nikolauskirche.